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Ein Bachlauf als Teichabfluss

BachlaufIn der Natur gibt es drei Grundformen von Quellen, in denen das Grundwasser austritt und den Beginn eines natürlichen Bachlaufs bildet: Sturzquellen, Sumpfquellen und Tümpelquellen. In der Sturzquelle tritt das Grundwasser an einem eng begrenzten Quellaustritt aus dem anstehenden Fels oder an einem Steilhang aus und fließt – ohne einen Quelltopf zu bilden – direkt in einem Bachlauf ab. Bei einer Sumpf- oder Sickerquelle sammelt sich es dagegen als Hangsickerwasser unterhalb eines vernässten, sumpfigen Hanges. Bei der Tümpelquelle liegt der Quellaustritt am Grund des stehenden Gewässers.

 

Einen Bachlauf anlegen

Auch wenn in einem künstlichen Bachlauf kein echtes Quellwasser fließt, sondern lediglich das über Teichfilter gereinigte Wasser in den Gartenteich zurückgeführt wird, entspricht der Quellstein zu Beginn des Bachlaufs im Wesentlichen einer Sturzquelle. Aber warum muss ein künstlicher Bachlauf (Infos) eigentlich immer oberhalb vom Gartenteich liegen? Stattdessen lässt sich der Bachlauf doch auch unterhalb des Gartenteichs anlegen, der Teich erfüllt dann gewissermaßen die Funktion einer Tümpelquelle. Oder der Bachlauf sammelt Wasser aus einem Sumpfbeet und leitet es in den Gartenteich weiter. Beide Anordnungen von Bachlauf und Gartenteich lassen sich relativ einfach anlegen, und beide Kombinationen haben Vor- und Nachteile.

Variante 1:

Der Bachlauf nimmt seinen Anfang unterhalb des Gartenteichs. Dazu eignet sich vor allem ein Garten in Hanglage, besonders dann, wenn der Gartenteich zum Teil in den Hang eingebaut wird. Damit das Wasser vom Teich in den Bachlauf fließen kann, muss der Beckenrand an dieser Stelle etwas tief liegen. Liegt der Garten in steilem Gelände, dann kann das Wasser über den Gartenteichrand in freiem Fall in den darunter liegenden Bachlauf stürzen, in dem das munter plätschernde Wasser schnell in eine Zisterne am Ende des Bachlaufs fließt, von der es über eine unterirdische Schlauchleitung in den Gartenteich zurückgepumpt wird. Mit Hilfe von Verengungen und Ausweitungen des Bachprofils und Steinbarrieren kann ein solcher Bachlauf abwechslungsreich optisch wie ein Geschiebe führender Bergbach in der niederschlagsarmen Jahreszeit gestaltet werden. Durch den intensiven Luftkontakt reichert sich das Wasser gleichzeitig mit Sauerstoff an. Ein Nachteil einer solchen Steillage ist der hohe Energieaufwand, mit dem Wasser in den Teich zurückgepumpt werden muss.

Variante 2:

Das Gartengelände weist nur eine geringe Hangneigung auf. Auch dann lässt sich der Bachlauf unterhalb vom Gartenteich anlegen. Er sollte dann aber ohne größere Steine, Kiesbänke und Stürze ausgestattet werden, das würde völlig unnatürlich aussehen. Man gestaltet ihn stattdessen als Wiesenbach, der mit einigen Windungen durch den Garten mäandert. Das Ufer kann dicht bepflanzt werden. Und in den Kolken, in denen sich da Bachbett verbreitert, können Wasser- und Sumpfpflanzen gesetzt werden.

Stattdessen kann man aber den Bachlauf so dicht bepflanzen, dass er die Funktion eines Filtergrabens erfüllt. Mitgeführte Schwebstoffe aus dem Gartenteich können sich im Bachlauf absetzen und die Pflanzen entziehen dem Teichwasser so viel Nährstoffe, dass man auf einen Teichfilter verzichten kann und lediglich eine Teichpumpe benötigt wird, um das Wasser am Ende des Filtergrabens in den Teich zurückzubefördern.

Variante 3:

Der Bachlauf liegt oberhalb des Gartenteichs. Das aus dem Teich beförderte Wasser tritt jedoch nicht über einen Quellstein in den Bachlauf stürzt, sondern das Wasser wird aus dem Teich zunächst in ein Sumpfbeet gepumpt, durch die Sumpfpflanzen biologisch gereinigt und sickert schließlich in den Bachlauf. Auch hier kann man auf technische Filter verzichten.

Nachteil bei den Varianten 2 und 3 ist vor allem der höhere Wasserverlust durch den intensiven Kontakt mit Luft und Erdreich und den Wasserbedarf der Pflanzen.

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