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Kleinkläranlagen – wichtige Tipps und Facts

KanalSelbst in unserem modernen Zeitalter gibt es immer noch Regionen, die nicht an das Kanalnetz angeschlossen sind. Wer in einem solchen Gebiet einen Neubau errichten möchte, muss sich zwangsläufig mit dem Thema Abwasser befassen. In der Vergangenheit war eine Klärgrube die mit Abstand günstigste Variante der Abwasserentsorgung. Im ehemaligen Ostdeutschland war die Klärgrube in den meisten Einfamilienhäusern Standard. Für die Abwasserentsorgung mittels einer Klärgrube ist der Aufwand gering. Zur Installation wird ein Behälter in die Erde eingegraben. Ungefähr in der Mitte dieses Auffangbeckens befindet sich der Zulauf, der mit den Toiletten, Dusche, Badewanne und sämtlichen Wasseranschlüssen im Haushalt verbunden ist. Alle Bestandteile des Abwassers, die schwerer sind als Wasser selbst, sinken in der Grube zu Boden. In regelmäßigen Abständen wird das auf natürliche Weise gefilterte Wasser abgesaugt, wobei sich natürlich noch Schadstoffe darin befinden. Manche Klärgruben leiteten in der Vergangenheit, das verschmutze Wasser direkt in umliegende Seen, Flüsse oder Bäche ab. Aufgrund der zunehmenden Verschmutzung der Gewässer schob eine EU-Verordnung einen Riegel vor diese Umweltbelastung. Seit 2015 sind in Deutschland nur mehr Klärgruben ohne direkten Abfluss erlaubt. Außerdem muss das Abwasser von Spezialisten umweltgerecht entsorgt werden. Dafür entstehen für den Hausbesitzer erhebliche Kosten. Um diese Belastung für das Haushaltsbudget zu verringern, suchen Eigentümer nach Alternativen. Viele Häuser wurden bereits auf die Abwasserentsorgung mit einer Kleinkläranlage umgerüstet.

Kleinkläranlage als Alternative

Moderne Kleinkläranlagen arbeiten in drei Schritten. Zunächst werden genau wie bei einer Klärgrube feste von flüssigen Bestandteilen getrennt, indem man die Schwerkraft arbeiten lässt. Feste Teile sinken zu Boden. Im nächsten Schritt kommen Bakterien und Mikroorganismen zum Einsatz. Die kleinen Helfer ernähren sich von Fäkalien und tragen somit zur Zersetzung bei. Im Nachklärbecken werden verbleibende feste Teile vom Abwasser getrennt. Die Kleinkläranlagen Anschaffungskosten richten sich nach der Größe und technischen Ausstattung. Für welches Modell man sich entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da mehrere Becken zum Einsatz kommen, braucht eine Kleinkläranlage mehr Platz als ein einfaches Klärbecken. Außerdem richtet sich die Auswahl des Modells nach der Anzahl der Personen im Haushalt. Manche Bundesländer bieten eine Förderung an, wenn man auf eine umweltfreundliche Kleinkläranlage umsteigt. Schafft man eine Kleinkläranlage für zwei bis vier Personen an, muss man ungefähr mit Kosten von 3.500 Euro rechnen. Für die meisten Hausbesitzer sind komplette Anlagen die beste Option. Zwar ist es auch möglich, die einzelnen Komponenten wie Klärbecken, Pumpe und Nachklärbecken von unterschiedlichen Herstellern zu beziehen. Dann muss man jedoch mit Mehraufwand für Abstimmung und Installation rechnen.

Möchte man beim Kauf einer Kleinkläranlage sparen, zahlt es sich aus, sich in der Nachbarschaft zu erkundigen, ob andere Hausbesitzer ebenfalls die Installation einer Kleinkläranlage in Erwägung ziehen. Für Massenbestellungen werden mitunter erhebliche Rabatte gewährt. Zusätzlich zum Anschaffungspreis muss man mit Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms und für die Wartung rechnen. Auch die Stromkosten für den Betrieb der Anlage muss man in die Kalkulation der Gesamtkosten mit einbeziehen. Grobe Schätzungen ergeben, dass man mit zusätzlichen Energiekosten von 60 bis 80 Euro pro Hausbewohner rechnen muss. Schon vor dem Kauf sollte man verschiedene Modelle vergleichen und sich beim Hersteller über den tatsächlichen Stromverbrauch informieren. Die Wartungsintervalle sollte man unbedingt einhalten. Die Kosten für den regelmäßigen Service sind unterm Strich geringer, als wenn man die Wartungsarbeiten vernachlässigt und später mit hohen Preisen für Reparatur und Ersatzteile konfrontiert ist. Auch bei den Wartungsverträgen mit einer Kläranlage zahlt es sich aus, sich mit Nachbarn zu besprechen, die ebenfalls eine Kleinkläranlage betreiben. Lässt man mehrere Anlagen zum selben Termin warten, kann man sich zumindest die Fahrtkosten des Technikers teilen.

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