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Nistplätze für Mauersegler werden knapp: Hilfe ist gefragt

Mauersegler sind in vielen Wohngebieten häufig anzutreffen. Als Kulturfolger leben sie gerne in der Nähe des Menschen. Mit ihren rasanten Flugkünsten beeindrucken sie uns täglich und brüten im Frühjahr an Dachvorsprüngen oder in Spalten.

Nistmöglichkeiten für den Mauersegler werden allerdings zunehmend seltener: Der Raum wird knapp. Wie kann das sein, da er doch in Städten und Dörfern gut leben kann – im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten? Und wie können Vogelfreunde dem Mauersegler helfen? In diesem Beitrag gibt es die Antworten.

Dunkle Höhle hinter engem Spalt: so brüten Mauersegler

Um zu verstehen, wie Mauersegler brüten, kann man sich als Beispiel einen Mauerseglerkasten ansehen. Schnell wird deutlich, dass die Vögel in einem verhältnismäßig kleinen Raum brüten: einer Höhle, die sie durch eine schmale Öffnung erreichen. Sie fliegen den Nistplatz direkt aus der Luft an. Daher werden Kästen für Mauersegler auch immer in entsprechender Höhe aufgehängt. Verlassen die Vögel den Kasten, stürzen sie sich gerne rasant in die Tiefe. Deshalb suchen sie sich eine Stelle mit dem nötigen Freiraum.

In der Bruthöhle ziehen die Mauersegler ihre Jungen groß. Da sie eine Flügelspannweite von rund 40 Zentimetern erreichen muss hierfür ausreichend Platz gegeben sein. Außerdem trainieren die jungen Vögel in der Bruthöhle ihre Brustmuskulatur, indem sie „Push-Ups“ machen.

Übrigens lieben es die Tiere, in Kolonien oder Gruppen zu brüten und suchen sich ihren Brutplatz schon im Vorjahr aus, um ihn dann in der kommenden Brutsaison zu besetzen. Früher fand all das häufig in Wohngebieten statt. Warum wird das heute immer seltener?

Mauersegler und die Bauweise moderner Häuser

Vorsprünge und Spalten, Abstand zwischen der Isolierung und der Außenverkleidung des Hauses, Ritzen unter dem Giebel … all das sind ideale Brutplätze für den Mauersegler. Die moderne Bauweise unserer Häuser sieht allerdings ganz anders aus. Im Sinne des Energiesparens werden Wohnhäuser heutzutage hermetisch isoliert und abgesichert.

Spalten, in die Feuchtigkeit dringen oder aus denen Wärme entweichen könnte, werden nicht nur gedämmt, sondern auch sorgfältig verschlossen. Fassaden sind glatt, Dachgiebel bieten keinen Spalt etwa zwischen First und Dachziegeln. Mauersegler finden hier keine Nistmöglichkeit mehr vor.

Dem Mauersegler einen Brutplatz bieten

Wer dem Mauersegler helfen möchte, der kann ihm eine passende Nisthilfe bieten. Bauherren können bei der Bauweise ihres Hauses eventuell Einfluss nehmen. Am einfachsten ist es sicherlich, Einbaunistkästen zu verwenden. Diese sind direkt in das Wärmedämmsystem des Hauses integrierbar.

Das Schöne ist: Auch wer kein Bauherr ist oder Sanierung plant und diese Möglichkeiten nicht hat, kann den gefiederten Freunden der Umgebung dennoch einen Gefallen tun. Nistkästen können auch nachträglich an der Hauswand angebracht werden. Hierbei ist auf Folgendes zu achten:

  • Mauersegler brüten gerne in Kolonien. Es sollten also mehrere Nistkästen in unmittelbarer Nähe angebracht werden.
  • Es sollte eine direkte Anflugmöglichkeit von vorne gegeben sein.
  • Der Nistkasten hängt optimal in einer Höhe von fünf bis sechs Metern.
  • Von oben sollte der Kasten nicht erreichbar sein. Ansonsten könnten sich Krähenvögel darauf niederlassen, um Jagd auf die anfliegenden Mauersegler zu machen.

Mauerseglernistkasten: Umbau einfach möglich

Mauersegler nisten nur dort, wo sie sich ohnehin aufhalten. Wer also rund um sein Haus herum regelmäßig Mauersegler beobachtet, kann davon ausgehen, dass sie auch dort nisten werden – vorausgesetzt, es wird ihnen eine geeignete Nisthilfe angeboten.

Wurde ein Nistkasten aufgehängt, aber es lassen sich wider Erwarten keine Vögel dort blicken, gibt es eine einfache Lösung: Der Mauerseglerkasten wird einfach umgebaut in einen Kasten für Sperlinge. Diese Vögel leben ebenfalls gerne in Städten nahe bei den Menschen. Für gute Nistplätze sind sie ebenfalls dankbar. Um den Kasten für Spatzen umzubauen, muss lediglich die Einflugrosette ausgetauscht werden. So ist die Anschaffung ganz sicher nicht umsonst.