Do it yourself: Hochbeet aus Paletten bauen
Ein Hochbeet aus Paletten ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ein echtes DIY-Highlight im Garten. Mit etwas handwerklichem Geschick entsteht ein praktisches Beet, das Wühlmäuse fernhält, rückenschonendes Arbeiten ermöglicht und gleichzeitig schön aussieht. Dieses Projekt eignet sich ideal für Gartenliebhaber, die wenig Platz haben, aber Wert auf frische Ernte legen. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie ein robustes Hochbeet aus Paletten selbst bauen, befüllen und bepflanzen können.

Das Wichtigste in Kürze
- Verwenden Sie unbehandelte, hitzebehandelte Paletten mit dem Stempel „HT“.
- Schützen Sie Ihr Hochbeet mit Hasendraht vor Wühlmäusen.
- Die Füllung erfolgt in fünf Schichten – von grob bis fein.
- Ideal für Starkzehrer im ersten Jahr wie Tomaten oder Zucchini.
- Palettenfüße lassen sich als zusätzliche Blumenkästen nutzen.
Wie baut man ein Hochbeet aus Paletten selbst?
Ein Hochbeet aus Paletten entsteht, indem vier unbehandelte Paletten zu einem rechteckigen Rahmen verschraubt, mit Hasendraht gegen Wühlmäuse ausgelegt und mit stabiler Folie verkleidet werden. Anschließend wird das Beet in fünf Schichten aus organischem Material, Kompost und Erde befüllt.
Welche Paletten und Folien eignen sich für den Bau?
Für den Bau eignen sich ausschließlich neue oder neuwertige Paletten z.B, aus dem Palettenversand übriggeblieben, die nicht chemisch behandelt sind. Achten Sie auf den Stempel „HT“ für „Heat Treated“, was bedeutet, dass das Holz hitzebehandelt wurde. Chemisch behandelte Paletten sind mit „MB“ („Methylbromid“) gekennzeichnet und sollten nicht verwendet werden. Das Holz von Paletten ist meist grob und kann Splitter verursachen – deshalb sollten Sie beim Arbeiten stets Handschuhe tragen.
Für ein Hochbeet benötigen Sie eine Stellfläche von etwa 1,5 bis 2 Quadratmetern. Beim Innenauskleiden ist eine stabile Folie entscheidend. Ideal sind Planen aus Polyethylen (PE), die reißfest und langlebig sind. Von Teichfolien ist abzuraten, da sie meist PVC enthalten. Alternativ sind im Handel spezielle Noppenfolien erhältlich, die eine gute Wahl darstellen. Diese schützen das Holz zusätzlich vor Feuchtigkeit und verlängern so die Lebensdauer Ihres Hochbeets.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Hochbeetbau
Für Ihr Hochbeet benötigen Sie vier Paletten, eine Wasserwaage, Hasendraht (Maschenweite maximal 20 mm), eine stabile Folie oder ein Leinensackgewebe, Spax-Schrauben (5–7 cm), Tacker mit Nägeln sowie einen Akku-Bohrer.
Zuerst wird eine ebene Fläche geschaffen, auf der das Beet sicher steht. Zwei Paletten werden im 90-Grad-Winkel zusammengeschraubt, mit der Transportfläche nach innen. Die nächsten beiden Paletten werden ebenso verbunden und anschließend zu einem rechteckigen Rahmen zusammengefügt.
Als Nächstes wird der Hasendraht zugeschnitten. Er bedeckt den gesamten Boden und schützt das Beet vor Wühlmäusen. Der Draht sollte an den Rändern mit einem Tacker fixiert werden. Danach folgt die Folie, die an den Innenwänden angebracht wird. Sie schützt das Holz vor Feuchtigkeit und sorgt für eine gleichmäßige Temperatur im Inneren. Wichtig ist, dass sie faltenfrei und überlappend verlegt wird, damit beim Befüllen keine Spannungen entstehen.
So wird das Hochbeet richtig gefüllt
Die Füllung ist das Herzstück eines erfolgreichen Hochbeets. Sie besteht aus fünf Schichten, die von grobem Material bis zur feinen Pflanzerde reichen. Diese Schichtung sorgt für eine ideale Nährstoffversorgung und unterstützt die natürliche Wärmeentwicklung durch Kompostierung.
In die erste Schicht kommen grobe Gartenabfälle wie Baumschnitt, Strauchschnitt oder Heckenschnitt. Sie dient als Drainage und sorgt für guten Wasserabfluss.
Die zweite Schicht besteht aus umgedrehten Rasensoden und halbreifem Kompost. Danach folgt eine Schicht aus Laub, Pflanzenresten und Häckselgut.
Die vierte Schicht wird mit grober Gartenerde aufgefüllt, während die oberste Schicht feine Pflanzerde enthält. Diese wird bis etwa fünf Zentimeter unter den Rand aufgefüllt.
Eine kurze Übersicht der Schichten:
| Schicht | Material | Höhe | Funktion |
|---|---|---|---|
| 1 | Baumschnitt, Strauchschnitt | ca. 30 cm | Drainage |
| 2 | Rasensoden, Kompost | ca. 5 cm | Nährstoffbasis |
| 3 | Laub, Pflanzenreste | ca. 20 cm | Wärmespeicherung |
| 4 | Gartenerde | ca. 10 cm | Pflanzuntergrund |
| 5 | Pflanzerde | bis 5 cm unter Rand | Wurzelraum |
Nach einigen Wochen sackt die Erde durch den Kompostierungsprozess leicht ab – füllen Sie einfach etwas Erde nach.
Geeignete Pflanzen für das Palettenhochbeet
Für den Start empfiehlt sich eine Mischkultur, bei der sich die Pflanzen gegenseitig ergänzen. Gute Kombinationen sind etwa Radieschen mit Karotten oder Kohlrabi mit Mangold. Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Gurken oder Kürbis profitieren besonders von den frischen Nährstoffen im ersten Jahr.
Leicht- und Mittelzehrer wie Salat oder Spinat eignen sich besser für die folgenden Jahre, wenn der Nährstoffgehalt etwas sinkt. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, genügend Abstand zwischen den Setzlingen zu lassen, damit sich alle Pflanzen gut entwickeln können.
Zucchini benötigen besonders viel Platz – am besten lässt man die Ranken seitlich herunterwachsen, um Schattenwurf auf kleinere Pflanzen zu vermeiden.
Palettenfüße als kreative Blumenkästen nutzen
Ein besonderer Clou beim Palettenhochbeet ist die Möglichkeit, die seitlichen Öffnungen der Paletten als kleine Pflanzkästen zu nutzen. Hier lassen sich Kräuter, Blumen oder Erdbeeren einsetzen. Mit alten Brettern können Sie kleine Böden in die Fächer integrieren. Diese sollten mit Folie ausgekleidet und mit Löchern für den Wasserablauf versehen werden.
Eine kreative Upcycling-Idee ist die Verwendung alter Regenrinnen. Schneiden Sie diese auf die passende Länge und setzen Sie sie als Pflanzgefäße in die Palettenöffnungen. Sie sind leicht, wetterfest und lassen sich hervorragend bepflanzen. So nutzen Sie jeden Zentimeter Ihres Hochbeets optimal und schaffen zusätzlich dekorative Akzente im Garten.
Vorteile eines Hochbeets aus Paletten
Ein Hochbeet aus Paletten bietet zahlreiche Vorteile. Die erhöhte Bauweise sorgt für eine schnellere Erwärmung des Bodens, wodurch Pflanzen früher austreiben und länger geerntet werden können. Durch die verschiedenen Schichten entsteht zudem ein natürlicher Düngungseffekt.
Der Hasendraht am Boden schützt zuverlässig vor Wühlmäusen, während die erhöhte Struktur Schnecken fernhält. Gartenabfälle lassen sich ideal wiederverwerten und als Füllmaterial nutzen. Außerdem ermöglicht die Höhe ein ergonomisches Arbeiten ohne Bücken.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Bodenqualität des Gartens spielt keine Rolle. Das Hochbeet kann individuell mit Nährstoffen angereichert werden und liefert auch auf unfruchtbarem Boden eine reiche Ernte.
Fazit
Ein Hochbeet aus Paletten ist eine nachhaltige, preiswerte und funktionale Lösung für Hobbygärtner. Es spart Platz, schützt vor Schädlingen und sorgt für gesunde Pflanzen. Mit der richtigen Schichtung und Bepflanzung verwandelt sich jede Ecke des Gartens in ein kleines Gemüseparadies. Besonders schön: Das rustikale Design der Paletten verleiht Ihrem Garten einen charmanten DIY-Charakter und bietet kreativen Gestaltungsspielraum.
Quellen und Anleitungen zum Hochbeet aus Paletten bauen:
- HORNBACH – Hochbeet aus Paletten anlegen | Anleitung
- Mein schöner Garten – Hochbeet aus Paletten bauen: So leicht geht’s
- Saris Garage – Hochbeet aus Paletten bauen | Beste DIY Anleitung


