Natürlich düngen: Diese 7 Möglichkeiten gibt es!
Wenn Sie in Ihrem Garten Pflanzen anbauen, kommt es auf die richtige Pflege an. Zusätzlich zum Gießen spielt die passende Düngung eine wichtige Rolle. Während noch in den 80ern die Düngung mit Blaukorn und Chemie an der Tagesordnung war, entscheiden sich heute immer mehr Hobbygärtner für natürliche Düngemittel.
Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Pflanzen. Langfristig wirksame, organische Dünger verbessern die Struktur des Bodens und unterstützen Ihre Pflanzen beim kräftigen Wachstum. Sie können sie sowohl für Zierpflanzenbeete als auch für Gemüse und Obst verwenden. Aber welche natürlichen Dünger gibt es?
#1: Pellets aus Schafwolle haben mehrfachen Nutzen
Bei Schafwolle denken Sie zunächst an die Bekleidungsindustrie, doch auch im Gartenbau hat das Naturprodukt mittlerweile einen wichtigen Stellenwert. Im Fachhandel kann man Pellets aus Schafwolle kaufen, die sich so optimal dosieren und im eigenen Beet verteilen lassen. Der größte Vorteil dieser Pellets ist die Fähigkeit, Wasser zu speichern und abzugeben. Die Fasern saugen die Feuchtigkeit auf und geben sie dann Stück für Stück ab.
Sie müssen nicht täglich panisch mit der Gießkanne hinterher sein, weil Ihre Böden immer noch einen Rest an Feuchtigkeit zur Verfügung haben. Bei sandigen Untergründen oder bei Kübelpflanzen ist das ein echter Mehrwert, weil der Gießaufwand reduziert wird.
Gleichzeitig ist Schafwolle ein beliebter Langzeitdünger, der einen hohen Stickstoff- und Kaliumanteil aufweist. Er wird Stück für Stück von Bodenmikroorganismen zersetzt und stellt die Nährstoffe über einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr zur Verfügung. Während der Zersetzung dehnen sich die Pellets leicht aus und verbessern die Beschaffenheit des Erdreichs, was für eine gute Belüftung sorgt.
#2: Kuh- und Pferdemist sind aus der Landwirtschaft bekannt
Dung von Nutztieren gehört zu den ältesten und bewährtesten Düngemitteln der Menschheit und wird auch vom Umweltbundesamt empfohlen. Pferdemist ist vor allem bei Liebhabern von Pfingstrosen und Rosen beliebt, weil er als heißer Dünger gilt. Bei der Zersetzung wird Wärme freigesetzt, was das Wurzelwachstum im Frühjahr anregt. Außerdem ist Pferdemist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium, was der Nährstoffversorgung dient. Im Fachhandel gibt es bereits abgehangenen Mist, der direkt ins Beet darf.
Kuhmist wirkt etwas langsamer und ist nicht für jede Nase geeignet. Wenn Sie einen kleinen Ziergarten bewirtschaften und empfindliche Nachbarn haben, verzichten Sie lieber darauf. Gerade frischer Mist hat eine hohe Ammoniakkonzentration und ist sehr scharf. Das schadet den empfindlichen Wurzeln, aber auch den sensiblen Nasen. Im Handel verfügbare Produkte sind fast geruchlos und hygienisiert, sodass Sie ohne nachbarschaftlichen Ärger gärtnern können.
#3: Guano wird aus Übersee importiert
Als hochkonzentrierter Naturdünger ist Guano vor allem in Übersee ein Standardprodukt. Er besteht aus den Hinterlassenschaften von Pinguinen und anderen Seevögeln, die sich primär von Fisch ernähren. Das wiederum führt zu einer hohen Phosphor-Konzentration in der Substanz und damit zu wertvollen Nährstoffen für die Pflanzen.
Wenn Ihre Pflanzen Blüten bilden sollen, ist Phosphor ein Muss, außerdem unterstützt der Stoff die Bildung von Beeren.
Da Guano meist aus Regionen wie Namibia oder Peru importiert wird, ist seine CO2-Bilanz nicht so optimal wie bei anderen Naturprodukten. Auch bei der Anwendung ist er nicht so unkompliziert wie klassische Schafwollpellets.
Er hat eine hohe Nährstoffdichte und dient als Powerfutter. Zu viel davon schadet den Pflanzen, aber auch Haus- und Nutztieren, die damit in Kontakt kommen.
Wenn Sie Guano nutzen, arbeiten Sie ihn gut in die Erde ein und verwenden nur kleine Mengen. So gelangen die Nährstoffe direkt an die Wurzeln und bleiben nicht an der Oberfläche.
#4: Hornspäne ist ein Standard-Dünger
Hornspäne und das feinere Hornmehl werden aus zerkleinerten Hörnern und Hufen von Schlachtrindern hergestellt. Der hohe Stickstoffgehalt macht die Überreste der Schlachtung zu einem beliebten Düngemittel, das vor allem auf Blattwachstum ausgelegt ist. Wenn Sie in Ihrem Garten Grünpflanzen und Rasenflächen unterstützen möchten, sind Hornspäne eine gute Wahl.
Sie bekommen verschiedene Mahlgrade und damit eine unterschiedliche Wirkung. Hornmehl ist bereits sehr fein und kann von Bodenlebewesen schnell zersetzt werden. Hornspäne hingegen ist granuliert und es braucht mehrere Monate, bis die Mikroorganismen das Material zerlegt haben. Erst dann steht der Stickstoff den Pflanzen zur Verfügung.
Eine mittlere Variante ist Hornschrot, der eine Wirkungsdauer von zwei bis drei Monaten aufweist. Viele Hobbygärtner kombinieren die drei Mahlgrade für eine besonders lange Wirkung.
#5: Jauchen aus Pflanzen reichen für den kleinen Bestand
Wenn Sie völlig autark gärtnern möchten, können Sie Pflanzenjauche selbst herstellen. Sie besteht in der Regel aus Brennnesseln und anderen Unkräutern und braucht eine Vorbereitungszeit von ca. zwei Wochen.
Um die Jauche herzustellen, werden die Pflanzenreste mit Wasser in einen Eimer oder einen Bottich gelegt und dann an einen sonnigen Platz gestellt. Hier vergoren die Pflanzenbestandteile nun und liefern Stickstoff ans Wasser. Nach dem Gärungsprozess nutzen Sie die Jauche zum Gießen Ihrer Pflanzen, verwenden Sie aber nie pur.
Für die Blütephase hat sich eine Jauche aus Beinwell bewährt, da dieser besonders viel Kalium mitbringt. Alle Jauchen riechen leider sehr stark, was die Verwendung für die Nachbarn unangenehm macht. Geben Sie Gesteinsmehl auf die Wasseroberfläche, um die Gerüche zu binden.
#6: Haushaltsabfälle und Kaffeesatz sinnvoll verwenden
Oft landen wertvolle Düngemittel einfach im Müll, obwohl sie im Garten wahre Wunder bewirken können. Kaffeesatz ist ein beliebtes Hausmittel aus Omas Zeit, die den Filter gewissenhaft ausleerte und das getrocknete Pulver an die Pflanzen weitergab. Das Kaffeepulver ist reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor und hat außerdem einen leicht sauren pH-Wert. Genutzt wird dieser Haushaltsdünger vor allem für Pflanzen wie Hortensien oder Rhododendren, aber auch für Heidelbeersträucher.
Zerstoßene Eierschalen sind ebenfalls wertvoll, besonders wenn der Boden sauer ist. Hier trägt der Kalk zur Neutralisierung bei. Bananenschalen gelten als Geheimwaffe für Rosen, weil in ihnen eine große Menge Kalium steckt. Wenn Sie die Schalen klein schneiden und in den Wurzelbereich stecken, unterstützen Sie die Winterhärte und die Blühfreudigkeit Ihrer Rosen im Frühjahr.
#7: Kompost aus dem eigenen Garten
Eines der wichtigsten Naturdüngemittel ist Kompost. Durch die Rotte von Garten- und Küchenabfällen entsteht ein Volldünger, dessen Zusammensetzung kaum zu übertreffen ist- Kompost liefert Ihren Pflanzen Nährstoffe und ist die wichtigste Quelle für Humus. Ein humusreicher Boden kann Wasser speichern, ist locker und bietet den idealen Lebensraum für Regenwürmer und nützliche Bakterien.
Ein gut gepflegter Komposthaufen besteht aus grünen Materialien für Stickstoff und braunen Materialien für Kohlenstoff. Wenn Sie Ihren Kompost einmal pro Jahr umsetzen, beschleunigen Sie die Rotte und können im Frühjahr pro Quadratmeter bis zu drei Liter ausbringen.



