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Echte Vanille selbst anbauen - So funktioniert der Anbau eines Luxus-Gewürz
Echte Vanille selbst anbauen - So funktioniert der Anbau eines Luxus-Gewürz

Echte Vanille selbst anbauen

VanilleorchideeDie echte Vanille gehört zu den teuersten Gewürzen der Welt, welches aus den Kapselfrüchten (Vanilleschoten) der Vanilleorchidee gewonnen wird. Vanille lässt sich sehr vielseitig in verschiedenen Speisen einsetzen. Doch sie ist nicht nur als Gewürz sehr beliebt.

Auch in der Heilmedizin wird ihr eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Ihren Ursprung hat die Vanilleorchidee in Mittelamerika. Es gibt über hundert verschiedene Arten der Vanillepflanzen. Für die Gewinnung von Vanille wird allerdings am häufigsten die Gewürzvanille (Vanilla planifolia) eingesetzt.

Inzwischen sind diese Vanilleorchideen auch bei uns immer häufiger im Handel zu finden und ermöglichen es uns, in den eigenen vier Wänden Vanille anzubauen.

Pflege

Die Vanillepflanze mag es gerne warm und halbschattig. Am besten gedeiht sie bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. Sie kann bei uns zwar im Zimmer gehalten werden. Aber im Winter ist es durch die trockene Heizungsluft gar nicht so einfach, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Um ihr dennoch eine einigermaßen hohe Luftfeuchtigkeit zu ermöglichen, ist es ratsam, sie regelmäßig mit abgekochtem Wasser oder besser noch mit Regenwasser zu besprühen.

Die optimale Überwinterungstemperatur liegt bei circa 15 Grad. Auch zum Gießen sollte nur entkalktes Wasser verwendet werden. Vor jeder neuen Wassergabe sollte darauf geachtet werden, dass die Erde abgetrocknet ist. Denn Staunässe mag die Vanillepflanze überhaupt nicht. Der Boden sollte locker und durchlässig sein. Da es sich um eine Orchideenart handelt, empfiehlt es sich Orchideensubstrat zu verwenden.

In den warmen Monaten (Frühling und Sommer) sollte sie regelmäßig mit Nähstoffen versorgt und darum zwei Mal im Monat mit einem speziellen Orchideendünger gedüngt werden. Da es sich bei der Vanilleorchidee um eine kletternde Pflanze handelt, kann sie mit einer Rankhilfe beim Klettern unterstützt werden.

Vermehrung

Gerade bei Pflanzen, die sich etwas schwerer überwintern lassen, ist es gut, wenn zur Sicherheit ein zweites Exemplar da ist. Ist bereits eine Vanilleorchidee vorhanden, kann sie wunderbar durch Stecklinge vermehrt werden. Da sie bis zu zehn Meter lang werden kann, ist es relativ unproblematisch, einen 30 bis 40 Zentimeter langen Kopftrieb der Pflanze abzuschneiden.

Die unteren Blätter des Triebes müssen nun entfernt werden. Anschließend kann der Trieb mit dem blattlosen Teil in Orchideenerde gesteckt und angegossen werden. Der Steckling sollte zudem eine Kletterhilfe bekommen. Um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten und die Chancen der Wurzelbildung zu erhöhen, wird nun eine Plastiktüte über den Steckling gestülpt.

Dabei sollte die Tüte entweder mit kleinen Löchern ausgestattet sein oder die Tüte muss regelmäßig zum Lüften abgenommen werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Bestäubung

Wer sich eine Vanilleorchidee anschafft, möchte natürlich über kurz oder lang auch die heiß begehrten Vanilleschoten ernten. Mit der Blütenbildung sollte erst ab dem dritten Jahr gerechnet werden. Damit aus den Blüten nun auch die Früchte entstehen, muss die Bestäubung jeder einzelnen Blüte per Hand stattfinden.

Dazu wird mit einem dünnen Stäbchen oder Ähnlichem das dünne Häutchen zwischen den männlichen Pollen und der weiblichen Blütennarbe durchstochen und anschließend beides aneinander gedrückt und somit befruchtet. Hat die Bestäubung geklappt, bilden sich die Kapselfrüchte nach frühestens einem halben Jahr. Die größten Erfolge werden bei der morgendlichen Bestäubung erreicht.

Ernte

Um nun die schwarzen Vanilleschoten mit dem typischen Aroma zu erhalten, reicht es nicht darauf zu warten, bis die Früchte an der Pflanze reifen. Die Schoten werden nämlich schon geerntet, bevor sie reif sind. Das heißt, sie sind bei der Ernte grün und haben noch nicht den bekannten Vanilleduft. Dieser entsteht erst durch das aufwendige Fermentieren. Sind die Schoten bereits gelb, ist der Erntezeitpunkt verpasst. Sobald sie gelb sind, platzen sie auf. Dann können sie nicht mehr fermentiert werden.

Fermentieren

Bevor die Vanilleschoten fermentiert werden, müssen sie kurz in heißes Wasser eingetaucht werden. Dabei werden die Schoten sozusagen abgetötet. Anschließend beginnt der Fermentierungsprozess. Das bedeutet, dass die Schoten mehrere Tage oder Wochen in einer feuchten und warmen Umgebung verbringen. Dazu können sie in feuchte Tücher gewickelt und in Heizungsnähe aufbewahrt werden.

Während dieser Phase werden die Vanilleschoten langsam braun. Danach müssen die Schoten trocknen. Die Trocknungsphase kann wieder mehrere Wochen oder gar Monate dauern. Beschleunigen lässt sich dieser Prozess, wenn sie im Backofen bei geringer Temperatur getrocknet werden. Damit die Vanilleschote nun ihr volles Aroma erhält, wird sie über mehrere Monate trocken gelagert.

Erst dann wird aus den Schoten das tolle Gewürz, so wie wir es kennen. Der Aufwand von der Pflege der Pflanze, über die Bestäubung, bis hin zur Fermentierung erklärt auch, warum die Vanilleschote ein so gefragtes Gewürz ist und warum sie zu den teuersten Gewürzen gehört.

Video: Echte Vanille selbst anbauen

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