Aus einem Kern ein Zitronenbäumchen ziehen

Aus einem Kern ein Zitronenbäumchen ziehen, ist ganz leicht
Aus einem Kern ein Zitronenbäumchen ziehen, ist ganz leicht

Vor einiger Zeit habe ich darüber berichtet, wie man ein Madarinenbäumchen mit den Kernen aus einer handelsüblichen Mandarine ziehen kann. Was mit Mandarinen funktioniert, klappt auch mit Zitronen, sogar etwas besser, da in den gelben Früchten meist mehr Kerne enthalten sind, als in Mandarinen.

Bei einigen Mandarinensorten sind kaum Kerne zu finden. Unsere beiden Mandarinenbäumchen haben wir nun schon ein paar Jahre. Seit letztem Winter haben wir nun auch Zitronensämlinge.

Aussaat von Zitronenkernen

Am besten sucht man sich die schönste Zitrone aus, von der man die Kerne zur Vermehrung nutzt. Ich habe Kerne aus mehreren Zitronen in mehreren Etappen ausgesät, also immer, wenn ich eine Frucht benötigte, habe ich die Kerne sofort, ohne sie zu trocknen, in feuchte Anzuchterde gelegt und ganz leicht mit Erde bedeckt.

Den Topf habe ich in das wärmste Zimmer gestellt. Anfangs schienen die Kerne nicht so recht keimen zu wollen, vielleicht habe ich deshalb so viele davon gesät. Als es dann los ging, habe ich mich erschrocken, wie viele Sämlinge ich auf einmal hatte.Durch den chronischen Platzmangel im Winter konnte ich sie nicht pikieren. Das ging erst, nachdem alle Pflanzen im Mai wieder nach draußen konnten. Ich hätte sonst nicht gewusst, wohin mit den ganzen Töpfen.

Ein paar Sämlinge habe ich sogar abgegeben, da ich es nicht übers Herz brachte, sie zu kompostieren. Die Keimdauer kam mir dieses Mal recht lange vor, länger als bei den Mandarinen, dafür lag die Keimquote bei nahezu 100 Prozent. Wer Zitronen aussäen will, braucht also viel Geduld und sollte nur so viele Kerne in Anzuchterde aussäen, wie er später als Pflanzen unterbringen kann.

Pflege der Zitrone

Zitronenbäumchen ziehen - Die Zitrone ist nicht winterhart
Zitronenbäumchen ziehen – Die Zitrone ist nicht winterhart

Die Zitrone benötigt eine ähnliche Pflege wie die Mandarine. Im Sommer können die Pflanzen ins Freie. Sie mögen es hell und warm und brauchen regelmäßige Wasser- und Düngergaben. Ich habe den Eindruck, dass die Zitronen mehr Dünger benötigen als Mandarinen, zumindest haben meine Sämlinge ihren Nähstoffmangel schon recht zeitig angezeigt, indem sich die Farbe der Blätter verändert hat. Die Mandarinen habe ich damals später angefangen zu düngen.

Auch die Zitrone ist nicht winterhart und sollte möglichst frostfrei überwintert werden. Der Standort kann ruhig so hell wie möglich sein. Wenn die Zitronen dunkler stehen, sollte die Temperatur etwas niedriger sein. Meine Pflanzen, die es etwas kühler brauchen, stehen alle in einem Zimmer. Je nach Außentemperatur ist es darin so 10 bis 15 Grad warm.

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Blüte der Zitrone

Wie bei allen anderen Zitrusfrüchten auch ist es ungewiss, wann aus Samen gezogene Pflanzen blühen. Bei einer Bekannten hat die Zitrone nach ungefähr drei Jahren das erste Mal geblüht. Ich habe aber auch schon gehört, dass eine Pflanze nach fünfzehn Jahren immer noch nicht geblüht hat.

Hier spielt es wohl eine entscheidende Rolle, seine Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Dabei ist nicht nur der richtige Dünger, sondern auch die passende Erde wichtig. Vielleicht kommt es zudem noch auf die Sorte an und ein bisschen Glück gehört ja auch immer dazu.

Zitronenbäumchen ziehen - Die Sorte "Ponderosa" ist zu empfehlen.
Zitronenbäumchen ziehen – Die Sorte „Ponderosa“ ist zu empfehlen.

Wer unbedingt Früchte haben möchte, sollte sich nach Pflanzen umschauen. Die Vermehrung über Stecklinge ist übrigens auch möglich. Es gibt Sorten, die nicht veredelt werden müssen.

Bei den Zitronen ist die Sorte `Ponderosa` zu empfehlen. Die Pflanze trägt meist schon im ersten Jahr und die Früchte sind recht groß. Wenn die Pflanzen noch recht klein sind, muss man diese blühfreudige Zitronenpflanze regelrecht bei der Fruchtbildung ausbremsen.

Video: Zitronenbäumchen ziehen – Züchten und Pflegen

Zusammenfassung und Anleitung: So züchten Sie Ihren eigenen Zitronenbaum

Als erstes benötigen Sie

  • Eine Bio-Zitrone, da Nicht-Bio-Zitronen oft nicht keimende Samen enthalten
  • Fruchtbare Blumenerde und natürliche Düngemittel wie Kompost
  • Einen Setzlingstopf
  • Ein Pflanztopf mit einer Breite von 15 cm und einer Tiefe von 15 cm (dies ist im weiteren Verlauf sehr nützlich)
  • Ein sonniger, überdachter Standort

Anleitung

  • Befeuchten Sie die Blumenerde, so dass sie durchgängig feucht, aber nicht durchnässt ist.
  • Füllen Sie den kleineren Topf bis einen Zentimeter unter den Rand mit Erde.
  • Schneiden Sie die Zitrone auf und entfernen Sie einen Kern. Entfernen Sie das gesamte Fruchtfleisch von seiner Oberfläche. Ein guter Weg, dies zu tun, ist, einfach daran zu saugen, bis es sauber ist.
  • Zögern Sie nicht mit dem Einpflanzen. Der Samen muss noch feucht sein, wenn er in die Erde im kleineren Topf eingegraben wird. Pflanzen Sie den Samen etwa einen halben Zentimeter tief in die Mitte des Topfes.
  • Besprühen Sie die Erde, die sich direkt über dem Samen befindet, leicht mit Wasser aus einer Sprühflasche.
  • Decken Sie den Topf mit Klarsichtfolie ab, verschließen Sie die Ränder mit einem guten Gummiband und stechen Sie mit einem Bleistift kleine Löcher in die Oberseite.
  • Stellen Sie den Topf an einen warmen, sonnigen Platz.
  • Sprühen Sie gelegentlich mehr Wasser auf, wobei Sie die Erde nicht austrocknen lassen. Lassen Sie das Wasser aber nicht in Pfützen stehen. Halten Sie die Erde nur etwas feucht.
  • Nach etwa zwei Wochen, wenn sich der Austrieb zeigt, nehmen Sie die Plastikabdeckung ab. Wenn Sie zusätzliches Licht für Ihre Zitronenpflanze benötigen, können Sie ein Wachstumslicht verwenden, um das Sonnenlicht zu ergänzen.
  • Kümmern Sie sich um die junge Pflanze, indem Sie die Erde feucht halten, indem Sie sicherstellen, dass sie mindestens acht volle Stunden Licht pro Tag bekommt und indem Sie ihr moderate Dosen organischen Düngers wie Kompost geben.
  • Beobachten Sie Ihre Pflanze, um sicherzustellen, dass sie nicht von Ungeziefer oder Krankheiten befallen wird. Schneiden Sie braune, abgestorbene Blätter ab, wenn nötig.
  • Wenn die Pflanze aus ihrem kleinen Topf herausgewachsen ist, setzen Sie sie in einen größeren Topf. Beim Umpflanzen gehen Sie genauso vor wie bei der Erstbepflanzung. Jüngere Pflanzen brauchen mehr Wasser als ältere Pflanzen, aber alle brauchen ausreichend Wasser. Lassen Sie Ihre arme Pflanze nicht verhungern, nach all der Arbeit, die sie beim Wachsen hatte!

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